Archiv des Autors: Julia

Mein Leben – mein Schicksal freche Antworten von “Freunden”

Mein Leben – mein Schicksal. Ja es gibt kleine Updates. Gute und auch weniger gute. Die guten sind diese das es nun weiter vorangeht und wir wieder einen Termin im Krankenhaus hatten für meine Operation. Wir sind nun in der Endphase für diese große Operation. Und ich bin auch erleichtert. Eigentlich hätte die schon gemacht werden können, wenn nicht mein Tumor dazwischen gekommen wäre.

Doch man sucht sich das nicht aus und ich bin froh das man das rausgefunden hat, warum es mir mit den Regelblutungen nicht gut ging und ich dann fast dran gestorben wäre. Aber es war schlimm für mich, die ersten Wochen waren Horror. Zu erfahren in einem Büro beim Arzt, das ich einen Tumor habe, ich war unter Schock und das auch noch Wochen später. Für mich ist die Welt zusammengebrochen. Ich habe kaum geschlafen, wenn dann Alpträume und ich habe mich immer wieder gefragt, warum ich? Warum muss ich vielleicht dran Sterben? Dann wurde die erste Operation gemacht, es geht mir besser. Die zweite folgt im Dezember und 2020 dann die größte für den Tumor.

Die ersten Wochen und das öffnen Freunden gegenüber

Ich habe lange gebraucht um drüber zu Reden. Doch auch das Öffnen Freunden oder angeblichen Freunden gegenüber hat einen herben schlag gegeben. Ich musste mir so einiges anhören und dazu auch Sätze wie: “Ach das kann man Operieren! „Andere geht es schlechter usw.“ Doch Fakt ist das ich auch dran Sterben kann und das ich von Freunden so was nicht erwartet habe. Freunde sollten vor allem einen Mut machen und Stärken. Aber aus diese Sätze habe ich mich von einigen dann auch getrennt, das sind dann keine Freunde. Man musste sich dann noch anhören von wegen „Du machst dir ein schönes Leben“, oder „Spaß haben“. Aber hey nur, weil ich nun Verheiratet bin? Mal Lache?

Diese Menschen wissen gar nicht wie mein Leben läuft. Was schmerzen sind und wie das an einigen Tagen ist, wo man nicht ohne Hilfe gehen kann. Dass man einen Rollstuhl braucht, weil die Beine nicht mehr mitmachen und ich Tage habe, an denen nichts geht und ich hoch dosierte Schmerzmittel brauche um überhaupt richtig Atmen zu können.

Fakt ist, wäre ich nach Kiel zurückgezogen wäre ich jetzt Tod. Denn dort hätte ich keine Ärzte gehabt, die mir helfen, dass ich wieder gesund werde. Dort wäre das mit dem Tumor auch nicht wirklich so aufgefallen und ich würde nicht für mein Magenbypass kämpfen. Denn es gibt eben Tage, da kann ich ohne Hilfe von meinem Mann nicht mal Essen. Für mich war das in allem zusammen ein Glücksfall das ich in Hannover geblieben wäre.

Wohnungssuche ist nicht mehr einfach

Ja, das was noch fehlt, sind meine Katzen. In dieser Wohnung geht es leider nicht, jedoch eine neue Wohnung finden ist wirklich nicht einfach. Wir brauchen eine Wohnung, die entweder im Erdgeschoss liegt oder es muss ein Fahrstuhl vorhanden sein. Sie muss größer sein und auch Platz für Rollator bieten. Treppen steigen geht eigentlich nicht mehr, hier muss ich mich immer Hochkämpfen und das muss in der neuen Wohnung dann anders sein. Und sie muss bezahlbar sein. Also für 80qm gleich 1000 Euro das geht eben nicht. Und jeder kennt den Wohnungsmarkt zurzeit und mehr als überall sich eintragen lassen bei Wohnungsgesellschaften, Wohnungsmarkt der Stadt und alles durchsuchen und bewerben usw. geht leider nicht.

Mich macht das auch fertig, aber ich kann nichts ändern als alles dafür tun. Ihr kennt das mit dem Wohnungsmarkt ja und da helfen nur Daumen drücken und hoffen. Würde meine Katzen auch sofort holen aber hier in der Wohnung geht es nicht und mit dem Vermieter legen wir uns nicht an. Auch wenn jemand das nicht versteht. Aber niemand ist geholfen, wenn wir hier Ärger bekommen mit dem Vermieter. Das ist das was mich auch belastet und traurig macht. Also weiter suchen, alle anschreiben und Bewerben und Daumen drücken.

So sind die kleinen Updates, die nächste Operation ist im Dezember. Bis dahin eben viele Arzttermine, Untersuchungen usw. Pause habe ich meistens nur am Wochenende, wenn ich dann mal zur Ruhe komme und schlafen kann. Was kaum möglich ist, wenn man Koliken hat und die Galle ich wieder meldet oder man wieder Nierensteine hat. Aber gut, wenn dann die Spritzen und Medikamente wirken dann kann ich die Augen zu machen. Alles kein Kinderspiel, aber eines verliere ich nie. Die Hoffnung.