Story Pics 2014 – Meine Horror Geschichte

Endlich ist meine eigene Horror Geschichte da, Woche für Woche wurden Wörter gesammelt und diese dann später von meinen Schreiberlink umgesetzt. Wer nun mein Schreiberlink ist, ich Rätsel noch. Aber im Ganzen ist die Geschichte richtig toll geworden und wünsche euch nun viel Spaß beim Lesen. Danke auch an Sunny für die tolle Blogparade!

Für Julia

Blog: Knuddelstoffel

Gewünschtes Genre: Horror

Gespendete Worte:

Wachhund, Nudelholz, Gruselwald, Brandung, Verletzung, Unwetter, verschleppt, Fluchtweg, Abrissarbeiten, Dreckschein, Gartenbeleuchtung, Verstecken, Rettungshubschrauber, Schweinerei, gefährliche (Tiefen), Fluchtversuch, handzahm, Panik, Heckenschere, geheimnisvoll, wegrollen, Räucherei, Unterkunft, Kiwi-Becher, Curacao, Achatschnecken, Handaufzucht, Sonnenuntergang, Traumdeutung, Strandläufer, Besucher, einzigartig, Schaumbad, lustig, Invasion, gesund, Schatzsuche, Eisschokolade, Gunman, Alptraum, kauern, Posthorn, Riesenschweinerei, schocken, Mama, Kuschelstunde, Fluchtweg, Skulptur, Fledermausohren, Wolkenspiel, Anleger, Weihnachtsbaum

Besuch aus dem Gruselwald

Begleitet von einem kurzen, leisen und summenden Geräusch umgab sie plötzlich tiefe Schwärze. Ein Blick durch das Küchenfenster ließ sie erkennen, dass der Stromausfall nicht nur ihr Haus betraf. Alle Gebäude in der Nachbarschaft lagen ebenfalls in Dunkelheit gehüllt. Lediglich die Gartenbeleuchtung des Nachbarn zur Rechten dimmte noch schwach. Nach Abrissarbeiten an seinem Schuppen hatte er sich seinerzeit eine zusätzliche Solarstromversorgung legen lassen.

‚Scheint Sinn zu machen. Ich muss mir das einmal genauer durch den Kopf gehen lassen‘ beschloss sie und erklärte ihrer schnurrenden Katze Lili, deren Wärme sie am Hosensaum spürte: „Dann eben keine Pizza. Tut mir leid, es wird nichts für dich abfallen, solange hier alles stockfinster ist. Wie wär es, wenn du heute ausnahmsweise draußen nach schönen Achatschnecken zum Abendessen Ausschau hältst? Offensichtlich zieht das Unwetter auf, das sie für die Zeit nach Sonnenuntergang angekündigt haben. Ich fürchte, das sind seine Vorboten. Am besten ich suche uns beiden rasch eine Kerze«, teilte sie ihrem Liebling mit, dem sie durch Handaufzucht das Leben gerettet hatte.

Ein Klägliches kurzes Aufjaulen des Wachhundes von Gegenüber ließ sie erschaudern.

‚Was ist denn da los? Das klang ja schrecklich. Ob ich nachsehen sollte?‘, überlegte sie irritiert. Sie presste ihr Gesicht dicht an die Scheibe, um ein wenig mehr erkennen zu können. Doch die Schwärze in dieser Richtung blieb undurchdringlich. Man konnte noch nicht mal mehr den Anleger erkennen, was sonst selbst bei schwachem Mondlicht noch möglich war. Julia tastete sich am Küchenschrank entlang in den Flur. In der Kommode lagerte sie eine ansehnliche Sammlung an Kerzen, die fast keine Verwendung mehr fanden, seitdem sie wegen ihres Katzenkindes auf elektrische Beleuchtung am Weihnachtsbaum umgestellt hatte. Nach langem Herumtasten fand sie das richtige Fach. „Fast wie eine Schatzsuche“, stellte sie fest. Sie nahm eine große Stumpenkerze heraus und entzündete deren Docht mit dem Feuerzeug. Die Katze huschte mit hochaufgestelltem Fell an ihr vorbei und verschwand unter der Couch im Wohnzimmer, lediglich ihre einzigartigen Fledermausohren lugten darunter hervor. Von der Haustür vernahm Julia ein leises Klimpern. Erschrocken zog sie die Luft ein und drückte sich gegen die Wand. Das Geräusch verstummte. Sie nahm allen Mut zusammen, lief zurück in die Küche, als sie erneut Laute wahrnahm, die sie erschaudern ließen. Etwas kratze im Schlüsselloch. Voller Panik griff sie zum Nudelholz, das neben ihr auf dem Tisch lag, und ging in Gedanken die Möglichkeiten zu Verstecken in der Unterkunft durch. Die Kerze, die ihr beim Ergreifen ihrer improvisierten Waffe aus der Hand gefallen war, rollte noch einen Moment auf dem Boden hin und her. Sonst rührte sich nichts mehr, Stille, die nur durch das ängstliche Atmen Julias durchbrochen wurde.

‚Alles Einbildung‘, versuchte sie sich Mut zuzusprechen.

„Kein Wunder bei den Zeitungsmeldungen der letzten Tage. Da muss die Fantasie ja mit einem durchgehen. Zwei Personen, die angeblich verschleppt wurden. Naja, zumindest fand niemand eine andere Erklärung, wie sie unter so geheimnisvollen Umständen so einfach verschwinden konnten. Dazu kam, dass beide in dem Teil des Waldes, denn viele Einwohner seit Ewigkeiten den Gruselwald nannten, unterwegs gewesen waren.

„Schon merkwürdig, Lili, oder?“, fragte sie laut in die Dunkelheit.

Natürlich gab es in Julias Wohnort zurzeit fast kein weiteres Thema, über das so heiß diskutiert wurde. Einige abergläubische Stadtbewohner hegten den Verdacht, dass die Frauen von der Brandung verschluckt worden sein könnten. Am Ende eines der Pfade, die durch den Wald führten, gelangte man direkt zu den Klippen, die über das Meer hinausragten. Wollte man alten Ortslegenden glauben, flüsterte der Gruselwald einsamen Spaziergängern so lange den Weg, bis sie ins Verderben fielen. Es hieß weiter, man könne sich diesem Zauber nicht entziehen. Als sie vor einigen Jahren wegen ihres Jobs nach Leik zog, ging gerade der Unfall einer jungen Frau durch die Medien, die mit schweren Verletzungen per Rettungshubschrauber von den Klippen geborgen wurde. Sie behauptete später steif und fest, vom Wispern der Bäume geführt worden zu sein. Die Stimmen haben mich gerufen. Laut und fordernd. So lange, bis ich meinen Platz auf der Wiese im Wald verlies und ihnen folgte. Auf die Idee, einen Fluchtversuch zu starten, bin ich überhaupt nicht gekommen. Es schien mir alles richtig und in Ordnung, las man Tage nach dem Ereignis die Aussage der Frau in der Zeitung.

Wasser auf die Windmühlen derer, die an den Fluch des Forstes glaubten.

Julia hatte diese Geschichten immer mit einem Lächeln abgetan, als lustige Dorfgeschichten, die es überall gab, nichts was sie schocken konnte. Doch jetzt in der Dunkelheit, in der sie ständig andere beängstigende Geräusche vernahm, war sie verunsichert, ob ihre Entscheidung, die Legende des Waldes als Aberglaube abzutun, nicht voreilig gewesen war.

‚Wann kriegen die das mit dem Strom denn endlich geregelt? Ich habe Hunger und die Schweinerei von der Kerze würde ich auch gerne in Augenschein nehmen‘, dachte sie, als mit einem lauten Rums die Eingangstür an die dahinterliegende Wand krachte. Von Panik überflutet krabbelte sie auf allen Vieren unter den Küchentisch und blickte wie erstarrt zum Eingang der Küche. Dort kauernd hörte sie schlurfende Schritte, die sich begleitet von einem Murmeln, näherten. Oh Gott, was soll ich tun‘, überlegte Julia fieberhaft. Ihr einziger Fluchtweg, so wurde ihr klar, war durch die Person verstellt, die sich näherte. ‚Ich muss mir eine effektivere Waffe als das Nudelholz suchen! Was? Wo?

Sie stürzte unter dem Tisch hervor, der ihr so viel Schutz bot, um nicht mehr gesehen zu werden wie die Finger, die man sich als Kind vor die Augen hielt. Hektisch rannte sie an die Schubladen, in denen sie Messer aufbewahrte. Dabei kam sie gefährlich nah an der Tür vorbei. Zu spät registrierte sie, dass der Eindringling bereits sein Ziel erreicht hatte. Eine hervorschnellende Hand packte sie am Oberarm und riss sie zurück. Julia schrie auf und stolperte auf ihn zu.

Als sie den Blick hob erkannte sie die Schemen eines gewaltigen Mannes, der sie weiterhin am Arm festhielt. Den Bruchteil einer Sekunde huschte das Bild vom Gunman durch Julias Gedanken. Wie ein Blitz am nachtschwarzen Himmel, kurz aufflackernd und im Nichts verschwunden. Sie fragte sich verwundert, ob solche Einfälle in Situationen wie der jetzigen noch normal und gesund waren. Aus der Ecke der Küche vernahm sie das anhaltende Knurren ihres betagten und etwas schwerhörigen Hundes, der aus dem Schlaf erwacht zu sein schien.

„Halt die Fresse, Köter, sonst fliegst du aus dem Fenster“, blaffte der unerwünschte Besucher mit auffallend heller Stimme.

Obwohl Julia vor Angst zitterte, übernahm die Wut für einen kurzen Moment die Oberhand. Sie liebte ihren handzahmen Begleiter über alles und würde ihn notfalls mit dem eigenen Leben beschützen. Sie brüllte dem Kerl ins Gesicht: „Was sind Sie für ein Dreckschwein? Kommen hier herein, überfallen mich und bedrohen meinen Hund. Was soll das?“

»Schweig, oder der Zorn Strandläufers wird dich treffen!«

»Wer zur Hölle ist das denn?«, Julia wünschte sich nichts sehnlicher, als in einem Alptraum gefangen zu sein, und am nächsten Morgen belustigt mit der Traumdeutung beginnen zu können. Sie widerstand der Versuchung, sich unter den Beinen des Angreifers wegrollen zu wollen. Dazu bleib keine Zeit und er beobachtete sie aus funkelnden Augen.

»Du bist die Auserwählte des Strandläufers und sollst über die Klippen zu ihm gelangen!«

Eine Alarmglocke, die mächtig wie ein Posthorn in ihrem Kopf erklang, machte ihr klar, was dieser Kerl meinte. Er wollte sie in den Gruselwald schleppen und dem Strandläufer opfern, wer oder was auch immer das war. Obwohl sie sich nach einer Kuschelstunde bei Mama sehnte, strengte Julia sich an, ihm mit fester Stimme zu antworten.

»Sie haben vielleicht Nerven, kommen hier rein, beleidigen meinen Hund und erzählen mir was von sonst wem. Ich finde das eine Riesenschweinerei und bitte Sie, auf der Stelle das Haus zu verlassen.«

Der Mann stieß ein teuflisches Lachen aus, packte Julia erneut an beiden Armen und zog sie hinter sich her durch den Flur zur Haustür. Wie erstarrt leistete sie keinen Widerstand, bis er sie vor die Tür gezogen hatte. Neben dem Wolkenspiel am düsteren Himmel nahm sie seinen eigentümlichen Geruch wahr, der sie an eine Räucherei erinnerte, die sie im letzten Jahr besucht hatte. Als sie damals aus dem Gebäude geflüchtet war, weil ihr der Gestank einer geräucherten Batterie von Aalen fast die Lust zum Atmen genommen hatte, war sie zuhause stundenlang in einem Schaumbad versunken. Hinterher genoss sie einen Kiwibecher mit Curacao. Doch erst die am Abend zusätzlich genehmigte Eisschokolade vertrieb die unangenehmen Eindrücke der Besichtigung.

Ihre Erinnerung an den Ausflug ließ sie aus der Lethargie erwachen. Die Heckenschere, die in der Garage lag, fiel ihr ein. Das einzige Problem bestand darin, an sie heranzukommen. All ihren Mut zusammennehmend stieß sie dem Mann einen Finger ins Auge und befreite sich aus seinem Griff. Sie hastete Richtung Garage und hatte sie fast erreicht, als sie eine Berührung auf dem Gesicht spürte.

„Nein“, brüllte sie und wollte weiterrennen. Die Berührung wiederholte sich zärtlich und ein leises Brummen war zu vernehmen.

„Lili, danke dir. Du hast mich aus einem wirklich miesen Traum geholt. Ich werde keine Minute länger an den alten Fällen recherchieren, das macht einen echt fertig“, erklärte sie dem Kätzchen sanft. Ihre Hand glitt über das weiche Fell und hielt inne, als sie spürte, dass der feste Klumpen in Lilis Pelz erhärtetes Kerzenwachs sein musste.

About Julia

Moin Moin, ich bin Julia eine echte Kieler Sprotte. Ich lebe mit meiner Familie in der schönen Stadt Kiel. Wir sind unternehmungslustig, Spontan- und Feinschmecker. Mit zur Familie gehören meine 4 Katzen, Mini Maus, Daisy, Columbus und Miss Lili. Seit 2010 bin ich auf meinen Blogs unterwegs die ich mit Liebe, Herz und guten Themen fülle und betreibe. Bei Fragen dürft ihr mich immer anschreiben.

4 commenti su “Story Pics 2014 – Meine Horror Geschichte

  1. Hallo Julia,

    ein bisschen gruselig ist sie stellenweise wirklich geworden 😉 , aber du wolltest es ja nicht anders, oder? Einiger deiner Worte waren sicher nicht allzu leicht unterzubringen, aber nun ist es geschafft.

    Liebe Grüße
    Sandra

  2. Pingback: Kreatives Sonntag-Rätsel 6. Woche

  3. Hallo Julia,

    mehr von der Geschichte bitte. Ich mag Horrorgeschichten und diese verlangt nach mehr. 🙂

    es ist einige Zeit verstrichen, doch jetzt komme ich endlich dazu, allen Teilnehmern meinen Dank zu sagen. Ehre wem Ehre gebührt. 🙂

    http://www.netzblogger.net/story-pics-finale-sammlung-kurzgeschichten/22363/

    Ich finde das eBook sehr gelungen. Hast Du es auch schon gelesen?

    LG Timm
    Timm kürzlich veröffentlicht…Story Pics Finale – Eine Sammlung KurzgeschichtenMy Profile

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